Um Ihnen bei der Einschätzung Ihres Zeitbedarfs zu helfen, möchten wir Ihnen hier den Produktionsablauf zeigen, ein paar Beispiele nennen und außerdem Tips geben, wie Sie im Vorfeld Zeit sparen können. Die Studioprofis mögen erhaben darüber hinweglesen.


Was gehört alles zum Produktionsablauf?

1. Gute Vorbereitung (musikalisch/technisch)

2. Soundcheck

3. Aufnahme (Live oder Overdub)

4. Schnitt

5. Mix

6. Mastering

Für Neueinsteiger

1. Vorbereitung

Für Chöre und Bands gilt gleichermaßen die aufzunehmenden Stücke bestmöglich vorzubereiten! (Arrangement, Ausführung Umsetzung)
Je weniger man später künstlich korrigieren muss, desto natürlicher klingt die Produktion und es spart Zeit.

Die Instrumente sollten in einwandfreiem Zustand sein. (z.B. keine quietschende Fußmaschine an der Kickdrum) .

Für die technische Vorbereitung ist es gut, sich vorher mit uns in Verbindung zu setzen. Eine kurze Beschreibung Ihres Musikstils und Angaben darüber, in welcher Besetzung Sie aufnehmen wollen, ermöglicht es uns zum Beispiel, eine Mikrofonvorauswahl zu treffen, den Spurplan festzulegen und den Soundcheck vorzubereiten. Falls Sie Beispielproduktionen für den gewünschten Klang haben, sollten wir diese vor Beginn des Soundchecks hören, da bereits mit der Mikrofonierung die Klangfarben festgelegt werden.

2. Soundcheck

In der Zeit, in der Sie sich mit den akustischen Gegebenheiten der Räume vertraut machen, positionieren wir die Mikrofone (tauschen eventuell eins aus) und pegeln diese ein.
Danach folgt der Abgleich des Kopfhörermixes, um sich gegenseitig zu hören, falls Sie in unterschiedlichen Räumen einspielen.

3. Aufnahme

Jetzt gilt es für alle, die persönliche Bestleistung zu bringen. Es geht nicht nur darum, Ihre gute Idee sowie Ihr Arrangement technisch einwandfrei darzubieten und aufzunehmen. Während der Aufnahme müssen auch alle Intentionen und Emotionen die zu Ihrer Idee gehören ausgedrückt werden, damit sie hinterher hörbar sind.

Weihnachts-CDs im Sommer in kurzen Hosen aufzunehmen, kann schief gehen. Mitunter muss das aber sein, damit man sie im Winter verkaufen kann.

Liveaufnahme bedeutet, dass gleichzeitig eingespielt wird, eventuell aber in unterschiedlichen Räumen. Beim Overdubverfahren spielen die Musiker nacheinander ein. Dies ermöglicht feinere Korrekturen - ist aber wesentlich zeitaufwändiger.

4. Schnitt (Vorbereitung Mix)

Jetzt werden einzelne Spuren korrigiert, die besten Takes ausgewählt und zusammengeschnitten.Der Schnitt benötigt in etwa genau so viel Zeit wie die Aufnahme.

5. Mix

Alle Spuren werden nun auf zwei (CD-Stereo) oder sechs Spuren (DVD) zusammengemischt.
Für einen Chor, der in sich stimmig ist, kann das sehr schnell gehen. 45 Minuten Resultat sind hier an einem Tag zu schaffen.
Bei einem Rockpop Song von 3,5 Minuten sind 3-4 Stunden Mischzeit anzusetzen. Für Demos geht es auch in 30 Minuten.

Das sind Richtwerte! Die benötigte Schnitt- und Mischzeit hängt in großem Maße von der Diskrepanz zwischen dem Ausgangsmaterial und dem gewünschten Ergebnis ab.

6. Mastering

-von vielen unterschätzt aber zunehmend anerkannt die letzte Lackschicht der Produktion.

Anpassung des Frequenzgangs an den Standard, Ausnutzen des Headrooms. Vielleicht breiter als die Boxen es physikalisch darstellen können oder/und einfach nur lauter. Schließlich soll Ihre Produktion gegenüber anderen nicht abfallen und sowohl auf der guten Wohnzimmeranlage, als auch auf dem Küchenradio gut klingen.

Zeitbeispiel für eine Produktion mit Band - 10 Leute (8 Instrumente/2 Gesang)

Geplant ist ein Album mit ca 60 Minuten Gesamtspielzeit/12 Songs, es soll im Overdubverfahren aufgenommen werden. Wenn es gut läuft beträgt der Zeitaufwand 100 Stunden (10 Tage), die sich wie folgt aufteilen: 5 Std. für Soundcheck und Sounds. Jeder der 10 Musiker spielt jede Nummer 4 mal ein - 40 Std. Recording. Es folgen 10 Std. Schnitt. Maximal 3 Songs am Tag mischen ergibt nochmal 40 Stunden für den Mix und 6 Stunden Mastering.

Man kann zB. dadurch Zeit sparen, dass die Band Live spielt und nur die Soli und Gesänge im Overdubverfahren aufgenommen werden.

Die Zeitbeispiele sind nicht allgemein gültig, aber durchaus realistisch. Aus unserer Erfahrung heraus kann es aber auch schnell das doppelte oder dreifache werden, wir stehen Ihnen für diesbezügliche Fragen selbstverständlich zur Verfügung.

Zeitbeispiel für eine Produktion mit Chor - 20 Personen (eventuell Flügel)

Auch hier 60 Minuten Gesamtspielzeit/ 12 Stücke, selbstverständlich Live. Auch wenn hier kein Kopfhörer benötigt wird, braucht man einen Soundcheck und zwar um ein ausgewogenes Klangbild auf Band zu bekommen. 8-16 Stunden Aufnahme sind auch hier keine Seltenheit. Die gleiche Zeit ist für den Schnitt anzusetzen. In Abhängigkeit vom Programm kann der Mix an einem Tag erstellt werden, das Mastering in 2-6 Stunden.

Der Zeitaufwand beträgt hier um die 30 Stunden (aber auf 4 Tage verteilt)

Für Anregungen sind wir immer dankbar.